Die Fussballgier von König Sepp

Er ist immer noch nicht satt. Auch nach insgesamt 40 Jahren beim Weltkonzern FIFA denkt Sepp Blatter nicht an die Pension.

Obwohl der 78-Jährige bereits seit 1998 als Fifa-Präsident amtet, will er sich im Mai 2015 zum fünften Mal als König des Fussballs bestätigen lassen. Unmissverständlich hatte Blatter bei seiner Wiederwahl im Jahr 2011 versprochen, nach Ablauf der Amtszeit nicht mehr als Präsident zu kandidieren.

Doch was kümmern den König seine Worte von gestern? «Meine Amtszeit ist zu Ende, aber meine Mission ist noch nicht fertig», erklärte der Fussball-Messias unlängst. Klar, wird der Visper wiedergewählt werden. Zu stark ist sein Einfluss, zu gross seine Macht.

So erstaunt es nicht, dass der Fifa-Boss diverse Korruptionsvorwürfe und Bestechungsaffären überstanden hat. Das hat seine Gründe: Interne Untersuchungen wurden von Blatter verhindert, Kritiker entlassen. Gegen ein kritisches Buch ist er juristisch vorgegangen und hat so dessen Verkaufsstop in der Schweiz erwirkt. Bestechungsgelder verharmloste Blatter als Provisionszahlungen, ein Verfahren wurde aufgrund einer Millionenzahlung eingestellt.

Blatter konserviert seine Macht, des Königs Mission muss beendet werden. Doch wie sieht sie aus, diese Mission? Die weitere Kommerzialisierung des Fussballs zur Gewinnmaximierung?

Aktuelles Beispiel: Brasilien. Den Fussballtouristen wird ein schönes brasilianisches WM-Fest präsentiert. Das ist aber nur oberflächliche Kosmetik. Hinter den Kulissen protestieren hunderttausende Brasilianer gegen die elf Milliarden an öffentlichen Geldern, die ihre Regierung an den World Cup verschwendet. Für Stadien, die nach der WM in private Hände fallen. Stadien, an deren Standorten es oft nicht mal einen vernünftigen Fussballklub gibt und deren Bau bereits Todesopfer forderte.

Tote sind auch bei den gewaltsamen Aufräumaktionen der Favelas zu beklagen. Diese Armenviertel werden von der Militärpolizei gesäubert, damit die WM ihren Glanz behält. Die Fifa, die von Brasiliens Regierung Steuergeschenke in der Höhe von 194 Millionen Euro erhält, wird während der WM einen Milliardengewinn einfahren. Obwohl Brasilien in Bildung, Gesundheitswesen und in eine nützliche Infrastruktur investieren sollte.

Der Fifa ist das egal, sie feilt derweil bereits am Kolonisationszug 2022
nach Katar.